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Blutjung war gestern: Was kann ich im Sommer anziehen?

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Eine Leserin fragt:
Ich (weiblich, 57jährig) tue mich schwer mit Kleidung in wärmeren Jahreszeiten. Die Zeiten der Shorts und T-Shirts sind bei mir vorbei. Ich finde sie nicht mehr passend und würde darin wohl zu viel nackte Haut und Figur zeigen. Vielleicht bin ich da etwas streng, aber auch bei anderen finde ich die Sommermode oft zu freizügig. Was soll ich anziehen?


Die Antwort der Expertin: 


Sie finden sich selber streng? Von wegen. 

Mit Ihrer Frage rennen Sie bei mir offene Türen ein.

Auch ich finde nicht immer toll, was uns im Sommer optisch zugemutet wird.

​Mir persönlich gefällt bekleidungstechnisch der Winter eindeutig besser.


Dass Sie allerdings in Shorts und T-Shirts zu wenig bekleidet wären, kann ich verneinen. Wenn die Shorts wenig über dem Knie enden und Sie das Oberbekleidungsteil nicht hauteng, sondern fliessend tragen, sollte dieses Outfit für Sie durchaus in Ordnung sein.


Kleid anpassen lassen


Ein leichtes Sommerkleid wäre eine Variante. Bei hohen Temperaturen fühlt es sich herrlich an. Nur ist dieses Vorhaben nicht immer einfach umzusetzen. Ein Kleid, das ab der Stange perfekt sitzt, ist schwer zu finden. Aber scheuen Sie sich nicht, durch die Schneiderin kleine Anpassungen vornehmen zu lassen. Es soll Ihnen danach ja mindestens einen ganzen Sommer lang wohl sein darin.


Ich lese zwischen Ihren Zeilen, dass Sie mittlerweile lieber beinbedeckende Sommerkleidung tragen. In diesem Fall rate ich zu einer hellen Dreiviertelhose aus feiner Baumwollqualität oder zu einer weit geschnittenen Leinenhose. Leinen ist eine perfekte Faser für heisse Sommertage. Sie nimmt viel Feuchtigkeit auf und fühlt sich deshalb kühlend auf der Haut an. Zwar knittert Leinen und weckt deshalb bei einigen Damen die unbändige Bügellust. Aber da dürfen Sie sich total entspannen. Diese Faser muss knittern.


Im geschäftlichen Umfeld ist Leinen genau deshalb oft nicht passend. In einem solchen Fall rate ich zu Hosen aus feiner Baumwolle, feinster Coolwool- oder Merinowollqualitäten. Diese Fasern atmen ebenfalls und bieten auch bei hohen Temperaturen ein angenehmes Tragegefühl.

Eng macht nicht schlanker!

Bei den Oberbekleidungsteilen gelten dieselben Regeln. An heissen Sommertagen sollten möglichst Bekleidungsteile aus Naturfasern zum Einsatz kommen. Leinen, feinste Baumwolle, Seide oder auch Viscose fühlt sich angenehm auf der Haut an. 


Figurtechnisch sind ganz allgemein Teile günstiger, die nicht hauteng sitzen. Diese sind bei hohen Temperaturen angenehmer zu tragen und sehen oft auch besser aus.


Es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass enge Bekleidung schlanker macht. Gerade Viscose-Qualitäten zeichnen erbarmungslos ab und tragen deshalb eher auf.

Womöglich sprechen Sie beim Hinweis zur nackten Haut die Arme an. Leider verändert sich auch diese Körperpartie mit dem Älterwerden. Die vielen empfohlenen Straffungsübungen und -mittelchen helfen je nach Veranlagung nur beschränkt.


Ab einem gewissen Alter ist es sicher ideal, wenn das Oberteil über einen kurzen, möglichst feinen Ärmel verfügt oder zum Trägertopp ein kleines Jäckchen getragen wird. Auch kann ein Schal gute Dienste leisten. Er wird locker über die Schultern und Oberarme gelegt.


Doch bei gefühlten 40 Grad darf sich auch die Frau mit einem nicht mehr so straffen Arm in ärmellosen Teilen zeigen. Das Motto lautet dann: nicht kaschieren, sondern betonen, was gezeigt werden soll. Mit einem auffallenden Hals- oder Armschmuck wird der Fokus verlegt.


Natürlich gilt das Motto «ärmellos» nur im freizeitlichen Bereich. Je nach Branche muss Frau – die Herren tun das in ihren Langarmhemden – auch bei hohen Temperaturen gut bedeckt und stilvoll schwitzen.


Ratgeber, Luzerner Zeitung, Luzern.

Expertin: Doris Pfyl


Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin, Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM, www.imagemodestil.ch

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Montag, 25. September 2017