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Wie man die Augen der Frauen garantiert zum Glänzen bringt...

711Wie bringt man gefühlte 105 % aller Arten von Frauenaugen garantiert zum Glänzen? Immer und immer und immer wieder? Zu jeder Tageszeit, bei jedem Wetter und in jedem Land? Das Geheimnis hat 6 Buchstaben und endet auf ...uhe. Da entdeckt man ein paar Schuhe und WEISS instinktiv: Auf dieses Paar habe ich mein ganzes Leben gewartet. "Ja, aber du hast doch schon beinahe die gleichen zuhause!" "Neinnn, eben nicht." Wieso versteht mich niemand. Ich bin akut lebensmüde ohne. Sorry. Die ehemalige philippinische Präsidentinnengattin Imelda Marcos hatte so viele Schuhe wie wohl keine andere: 1'060 Paar schönste, unterschiedlichste, einzigartigste Schuhe, ergibt 2'120 verteilt in mehreren Salons mit weichen, crèmeweissen Pelzteppichen.

Emil ist Schuhfetischist

Es beginnt doch schon schon als kleines Mädchen. Wer kennt das nicht: Kaum ist Mama um die Ecke so richtig verschwunden, torkelt Prinzessin auf ihren High Heels durchs Zimmer und fühlt sich einfach unbeschreiblich. Übrigens gibt es auch männliche Schuhfetischisten, jawohl. So outete sich der brave Komiker Emil als bekennender Stögi-Liebhaber. Anders die unvergessliche Greta Garbo. Sie benötigte Schuhgrösse 43. Wenn sie endlich mal ein schönes Paar gefunden hatte, kaufte sie gleich mehrere Farben davon ein.

Ich selber liebe Stiefel über alles. In meinem dritten Lehrjahr habe ich mich unsterblich in einen Stiefel verliebt. Er war so schön: Schwarzes Wildleder mit nordischen Tieren in andersfarbigen Ledern appliziert. Ein Meisterwerk. Aber er war teurer als mein ganzer Monatslohn. Und das, obwohl er nur noch einen Drittel des ursprünglichen Preises kostete. Ich schlich um den Schuhladen, immer und immer wieder. Und äugte hinein, zu "meinem" Stiefel. Zu allem andern war er noch zwei Nummern zu gross. Irgendwann wurden sie mein. Ich fand mich verrückt und war so glücklich. Übrigens, diese Stiefel habe und trage ich immer noch.

Schweineschmalz und Grossvaterspucke

Und ich liebe es, Schuhe zu putzen. Mein Grossvater hat mich das gelernt. Bevor wir am Sonntagmorgen auf der sonnendurchfluteten Laube mit mindestens drei Stück Züpfe und Erdbeergomfi  intus gemeinsam auf die Kirche zusteuerten, fand das äusserst wichtige Schuhputzritual statt. Mein Grossvater war in allem formidabel. Er wusste um das Geheimnis der weltbest glänzenden Schuhe: man nehme ein Stück so richtig weissen Schweinebauchspeck mit Schwarte. Die Schwarte nehme man in die rechte blutte Hand, die linke Hand versinke im einen Schuh und das Leder wird mit dem weissen Speck gewaltig eingespeckt. Riecht tierisch! Anschliessend wird der Schuh mit einer sehr weichen Bürste unendlich lange mit leichter Hand gebürstet und immer wieder bespuckt. Ich hatte schon beinahe wieder Hunger, bis die Schuhe dann doch endlich glänzten. Aber wie sie dann glänzten! Ich hätte eine Sonnenbrille aufgesetzt, so ich eine gehabt hätte. Die Politur wurde am kommenden Sonntag erneuert und dazwischen überstand sie schadlos auch strömenden Regen und viele Pfützen.

Übertrieben leiden tut weh

Es ist nichts Neues, dass wir Frauen immer wieder für die Schönheit leiden. Man erinnere sich an das Märchen von Aschenputtel, das so sehr gelitten hat, bis es dann doch den Königssohn kriegte. Die Stiefschwestern waren so neidisch auf sie, dass sie die eigenen Füsse zurechtschnitten, damit sie in den Schuh von Aschenputtel passten. Aber das Blut, das die weissen Strümpfe durchtränkte, verriet sie und der Königssohn blieb unbestechlich. Er suchte weiter, denn er wusste: ich heirate nur die, der dieser Schuh passt wie angegossen!

Aber es gibt auch misshandelte Frauen. Puh zum Glück leben wir nicht mehr im alten China. Das Schönheitsideal waren Frauenfüsse, die höchstens 10 cm lang waren. Das entspricht dem Füsschen eines Kleinkindes im Alter von zwei oder drei Monaten! Die barbarische Prozedur, bei dem die Zehen gebrochen, unter die Fussohle gebogen und mit Bandagen fest eingewickelt wurden begann ab einem Alter von erst 3 Jahren und dauerte etwa 15 Jahre. Diese Frauen waren lebenslang behindert, um dem Schönheitsideal zu entsprechen. Nur die Töchter der bettelarmen Bauern wurden verschont, da sie mit diesen winzigen Füsschen für die Feldarbeit unbrauchbar gewesen wären...

6 Paar für total 360 Fr.

Der erfolgreichste Aussendienstberater der damaligen Rentenanstalt erklärte seinerzeit an einem Seminar - und er stand für diese Aussage auf und schaute forsch in die Runde: "Ich bin zu arm, um billige Schuhe einzukaufen." Ich dachte, was, wie meint er das? Dann verstand auch das Berner Meitschi - und staunte über diese Aussage. Es war genau meine Meinung. Der Schweizer Durchschnitt kauft gemäss der Zeitschrift Textil-Revue beinahe 6 Paar Schuhe pro Jahr und Einwohner. Der Durchschnittspreis beträgt nur 60 Fr. pro Paar gekaufter Schuhe. Der Aussage dieses Top-Aussendienstlers entsprechend würde man besser weniger Schuhe kaufen, dafür hochwertigere und sie dann auch gut pflegen. Es braucht ja nicht weisser Schweinebauchspeck zu sein, normale Schuhcrème tut's auch.

Ein interessantes Buch zum unerschöpflichen Thema "Schuhe" wurde von der Mode- und Stilexpertin Ingrid Loschek geschrieben: Schuhikonen, von High Heels zu Birkenstocks. ISBN 978-3-8053-3938-4

Doris Pfyl Ratgeber lesen

Aber bevor dieses Buch bestellt wird, klicken Sie auf den spannenden Link "Highheels" von Doris Pfyl, welchen sie für die Luzerner Nachrichten redigierte:  pdfhighheels.pdf1.58 MB| 08.11.2015

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Der FSFM am Herbsttreffen in St. Gallen

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